Razzien in forschenden Unternehmen und Generikahersteller
Die forschende Pharmaindustrie will alles unternehmen, um Patente umsatzstarker Produkte noch länger aufzuschieben und so die Rivalität von den Betrieben fern zu halten. Die Hersteller von Nachahmerprodukten versuchen alles um die Ersten zu sein, die ein Original am Markt “beerben“. Die Pharmaunternehmen antworten vermehrt mit eigenen Generikatöchtern.
Bei dieser Lage spürt die Kommission der Europäischen Union (EU) offenbar Unrat. Ein paar Hersteller haben jetzt Hausbesuche von den EU-Ermittlern erhalten. Dies berichtet die Financial Times Deutschland (FTD). Auf Grund dessen wurden bei AstraZeneca, GlaxoSmithKline, Pfizer, Sandoz und Sanofi-Aventis, sowie bei den Generikaproduzenten Ratiopharm und Teva Ermittlungen durchgeführt. Boehringer bekam jedoch nur ein Fragebogen, während dessen Bayer, Merck und Stada nach eigenen Angaben nicht betroffen waren.
EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes will, wie sie sich in Brüssel äußerte, “Hinweise auf Probleme“ beim Markt feststellen. Brüssel denkt, dass vermutlich bestimmte Unternehmen – verbotene – Absprachen träfen, um den Markt nach ihren Vorstellungen zu beeinflussen. Kroes meint, dass durch die Razzien verwertbares Material gefunden wird. Ein Zwischenbericht soll bereits im Herbst vorliegen und über das sonstige Vorgehen entscheiden.