Neue Studie über Umgang mit Medikamenten und Krankheiten
Im Gegensatz zum Europäischen Schnitt, bei dem die Meisten im Falle einer Erkältung zu bewährten Hausmittel greifen, bekämpfen rund 50% der deutschen diese mit rezeptfreien Medikamenten aus der Apotheke. In Großbritannien und den Niederlanden wird im Gegensatz dazu in den meisten Fällen nichts gegen einen grippalen Infekt unternommen. Frauen sind aber in ganz Europa deutlich aktiver als Männer bei der Behandlung. Diese Studien wurden von der „European Consumer Study 2007″ (Gesellschaft für Konsumforschung GfK) in Nürnberg zusammengetragen.Bei der Studie wurden ca. 10200 Verbraucher über 14 Jahren befragt. Dabei ging es um den Umgang mit Medikamenten und Krankheiten wobei das Thema Erkältung ein Schwerpunkt dieser Studie ist. Die Untersuchung wurde in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, in den Niederlanden, Österreich, Spanien, Polen und in Russland durchgeführt und repräsentiert fast 426 Mio. Menschen. Es gab zum Einen deutliche Unterschiede aber zum Anderen auch Trends die in allen Ländern zutreffen.
Die meisten Europäer greifen bei Einer normalen Erkältung nicht gleich zu Medikamenten sondern greifen zu bewährten Hausmitteln wie Kräutertees, Wadenwickeln oder Dampfbädern. Fast 40% der Teilnehmer gaben an, sich bei Halsschmerzen, Heiserkeit, Husten, Schnupfen und oft auch Fieber selbst zu behandeln. Etwa 37% vertrauen auf rezeptfreie Präparate Nasenspray, Saft oder Tabletten aus der Apotheke.
Europäische Spitzenreiter beim Konsum von rezeptfreien Medikamenten aus der Apotheke sind die Deutschen. Für rund die Hälfte der Frauen und 43 % der Männer ist diese Behandlungsform die erste Wahl. Fast 50 % der deutschen setzen jedoch bei der Behandlung auf Hausmittel. Im Nachbarland Österreich ist der Trend noch stärker. Dort trinken fast 54% lieber Kräutertee als in die Apotheke zu gehen. Dies tun dort nur 38 %. In Italien ist das Gegenteil der Fall, dort behandeln sich 44% mit Arzneimitteln aus der Apotheke und nur 17% nutzen die Hausmittelchen, um sich selbst zu behandeln.
Für alle Länder gilt jedoch, dass Frauen mehr gegen eine Erkältung unternehmen als die Männer. Auch im Gebrauch von Hausmitteln liegen die Männer mit 36% hinter den Frauen mit 43%. Und auch bei der Einnahme rezeptfreier Arznei liegen sie im Verhältnis 39 zu 34% deutlich vorn. In Österreich zeigt sich der Gegensatz zwischen Mann und Frau besonders stark. Dort kaufen 45% der Frauen aber nur 31% der Männer, die auch deutlich weniger zu Hausmitteln greifen, in der Apotheke ein. Am häufigsten zum Arzt gehen die Spanier und Österreicher.
Vor allem die Spanier sehen den Arztbesuch mit 44% bei einer Erkältung als besten Weg. Damit liegen sie doppelt so hoch wie der europäische Durchschnittswert von rund 22%. In Österreich gehen sogar mehr Männer als Frauen (37,5% zu 33%) zum Arzt. Aber auch in Deutschland gehen rund ein drittel der erkrankten zum Arzt.
In Großbritannien und den Niederlanden ignorieren über die Hälfte der Erkrankten eine Erkältung und unternehmen ersteinmal nichts dagegen, nur 4% der Niederländer und 5% der Briten gehen zum Arzt. Auch rezeptfreie Medikamenten und besonders Hausmittel werden weniger verwendet.