Mehrwertsteuer steigert Arzneimittelausgaben
Die Erhöhung der Mehrwertsteuer hat die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in den ersten vier Monaten dieses Jahres, bei den Arzneimittelausgaben stark belastet. Nach den Berechnungen der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) verschuldet die Mehrwertsteuererhöhung nahezu 50 Prozent der Kostensteigerung um 5,7 Prozent auf fast 8,2 Milliarden Euro. Bei einem Mehrwertsteuersatz von 16 Prozent, wären die Arzneimittelausgaben nur um 3,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum angestiegen.
Trotz des erhöhten Rabatts der Apotheken an die Krankenkassen stiegen die Arzneimittelausgaben im April 2007 gegenüber April 2006 um 10,9 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Der kostentreibende Effekt ist auch hier die Mehrwertsteuererhöhung. Ansonsten sind statistische Gründe für den Anstieg der Ausgaben verantwortlich. So waren die Arzneimittelausgaben im April 2006 gegenüber März 2006 um 12,8 Prozent gesunken, da das Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz (AVWG) in diesem Monat zum ersten Mal seine kostendämpfende Wirkung entfaltet hatte.
Aufgrund der Steigerung des Apothekenrabatts an die Krankenkassen ist der Wertschöpfungsanteil der Apotheken an den Arzneimittelausgaben wiederum stark gesunken. In den Monaten Januar bis April 2007 lag er mit nur noch 16,1 Prozent auf dem gleichen Niveau wie der Mehrwertsteueranteil. Die restlichen Anteile an der Wertschöpfung entfallen auf den Großhandel und die Industrie.