Marktübersicht zu Me-too-Präparaten veröffentlicht
Zahlreiche Anfragen niedergelassener Ärzte, in denen nach Alternativen zu so genannten Me-too-Präparate gefragt wurde, gingen bei der Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein ein. Der Heidelberger Pharmakologe Ulrich Schwabe wurde von der KV beauftragt, eine entsprechende Marktübersicht zu erstellen. Dabei wurde festgestellt, dass die bundesweiten Ausgaben 2006 zwar um 1,3 Prozent stiegen, aber in Nordrhein um 2,0 Prozent gesunken sind. Und dies ohne Qualitätsverluste in der Pharmakotherapie, so KV-Chef Leonhard Hansen.
Me-too-Präparate sind Arzneimittel, die nur Molekülvarianten bereits patentierter Wirkstoffe enthalten und pharmakologisch identische Wirkungen besitzen wie das Originalpräparat. Dabei sind die Änderungen des Wirkansatzes oder der Darreichungsform häufig nur sehr gering, trotzdem können diese Präparate patentiert werden. Darüber hinaus führen diese Arzneimittel meistens zu keiner Verbesserung in der Arzneitherapie. Trotzdem gelten sie als neue Produkte und können hohe Preise auf dem Markt erzielen. Solche Arzneimittel werden als Me-too-Präparate bzw. Analogpräparate bezeichnet.
Die Marktübersicht der KV Nordrhein listet außerdem zu jedem Me-too-Präparat bis zu sechs alternative Arzneimittel auf. Dadurch wird die Me-too-Liste ergänzt, auf der so genannte Scheininnovationen mit keinen oder nur geringfügigen Unterschieden zu längst bewährten Präparaten gelistet sind. Die Marktübersicht erhebe aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da es im Einzelfall noch weitere verordnungsfähige Präparate gebe, so die KV.