Apothekenketten nicht mehr aufzuhalten
Der Bedarf an pharmazeutischer Beratung wird in den folgenden Jahren, aufgrund der Alterungsentwicklung und des medizinischen Fortschritts zunehmen. Dabei wird die Anzahl der Apothekenketten steigen, aber die selbständige Apotheke nicht verdrängen, so der Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung (Frankfurt), Professor Bert Rürup.
Vielmehr wird es eine Differenzierung des Marktes geben, die den klassischen Apotheken aber weiterhin gute Chancen bietet. Dies allerdings nur, wenn die Apotheker außerdem ökonomische Kompetenz erwerben. Dabei kommt es insbesondere darauf an, mehr Marktmacht zu generieren.
Darüber hinaus, sagte der Wirtschaftsweise Rürup, der selbständigen Apotheke eine positive Zukunft voraus. Auch vor dem Hintergrund einer möglichen Abschaffung des Fremdbesitzverbotes. Dabei sei es von Vorteil, sich so früh wie möglich auf eine Entwicklung einzustellen, die ohnehin nicht mehr aufzuhalten ist. Denn EU-Recht bricht Landesrecht.
Da der Versandhandel zu keiner ernsthaften Gefährdung der traditionellen Apotheke geworden ist, werden auch Ketten nicht ihr Ende bedeuten. Um sich aber in den kommenden Marktbewegungen behaupten zu können, müssen viele Apotheker ihr fachliches Selbstverständnis modifizieren. Medikamente werden zwar weiterhin Vertrauensgüter bleiben, die Apotheker müssen jedoch lernen, dass sie beides seien - Heilberufler und spezielle Einzelhändler, so Rürup.