Viel trinken nach Vergiftung ist lebensgefährlich!

Thüringer Mediziner warnen vor Lebensgefahr durch übermäßiges Trinken nach Vergiftungen. Große Mengen Flüssigkeit trügen nicht zu einem schnelleren Ausscheiden aufgenommener Giftstoffe bei, teilte das Giftinformationszentrum Erfurt mit. Im Gegenteil seien die Nieren unter Umständen nicht in der Lage, große Flüssigkeitsmengen innerhalb kurzer Zeit auszuscheiden. Die dadurch hervorgerufene Umverteilung von Wasser und Salzen in Blut und Körpergewebe kann zu lebensgefährlichen Hirnschwellungen bis hin zur tödlichen Einklemmung des Gehirns führen. Im Fall einer Vergiftung sollten Betroffene maximal ein bis zwei Gläser Wasser trinken und sich umgehend an den regionalen Giftnotruf wenden. Nach Angaben des Informationszentrums hat es in den vergangenen Wochen in Deutschland mindestens zwei Fälle gegeben, in denen sich Patienten mit Vergiftungserscheinungen erst durch übermäßiges Trinken in Lebensgefahr gebracht hatten. Das Giftinformationszentrum Erfurt ist zuständig für die Bundesländer Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

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