CSU rückt vom Konfrontationskurs beim Gesundheitsfonds ab

29. Mai 2008

Die CSU, der kleinste der drei Berliner Koalitionspartner, setzt nun auf Zusammenarbeit bei den Gesprächen um den Gesundheitsfonds anstatt auf Konfrontation. Bisher drohte die Partei, ausstehende Detailbeschlüsse im Bundesrat zu boykottieren, falls eine Entlastung für Bayerns Krankenkassen beim Solidaraugleich nicht stattfindet. Da man eine Mehrbelastung für Bayern erwartet, erhob die CSU die Forderung, diese auf 100 Millionen Euro im Jahr zu deckeln. Dagegen beschloss das Bundeskabinett bereits vorige Woche eine Insolvenzfähigkeit von Krankenkassen, so wie es die CSU verlangte.

In der Süddeutschen Zeitung erklärte der CSU-Chef und bayerische Finanzminister, Erwin Huber: “Wir können nahezu in allen Bereichen Fortschritte erkennen, die das Erreichen von Zielen möglich erscheinen lassen.“ Voraussichtlich werde sich die CSU erst wieder Mitte Juli mit dem Thema Gesundheitsfonds befassen. Aus diesem Grund, gehen Beobachter davon aus, dass die anfänglich für den Sommer erwartete parlamentarische Initiative gegen den Fonds nicht mehr stattfinden werde.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) freue sich über die Ankündigung der CSU, den Fonds im Bundesrat passieren lassen zu wollen. Schmidt bestritt in diesem Zusammenhang, Zugeständnisse gemacht zu haben. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung betonte sie: „Es hätte sich nichts geändert.“

Tag der Apotheke: Schutz vor gefälschten Arzneimitteln

23. Mai 2008

Am 12. Juni findet der Tag der Apotheke statt. Dieses Jahr konzentriert er sich auf das Thema: „Verbraucher- und Patientenschutz“. Die Mitarbeiter der Apotheken informieren, wie man sich vor gefälschten Medikamenten schützt. Dies scheint erforderlich, da die jüngsten Ereignisse von Kriminalbehörden, Zoll, EU- Kommission und Weltgesundheitsorganisation (WHO) viele Fragen zur sicheren Versorgung mit Arzneimitteln auslösen. Deshalb steht dieser Tag unter dem Slogan: „Mit Sicherheit für Sie da“.

Die Präsidentin der Bundesapothekenkammer, Frau Magdalene Linz, weißt darauf hin, dass eine sichere Versorgung von Medikamenten aus den 21.500 deutschen Apotheken Schutz vor Fälschungen bietet. Dagegen sind bei illegalen und international zusammenarbeitenden Internetversendern etwa 50 Prozent der verschickten Arzneimittel gefälscht.

Da das Thema Sicherheit vielfältig ist, seinen die Apotheken vor Ort alternativlos, wenn es um die fachgerechte Versorgung der Patienten und Verbraucher gehe. In der Offizin wird der Kunde von den Apothekenmitarbeitern nicht nur beraten, sondern auch informiert und es wird gewarnt. Am Tag der Apotheke machten viele Apotheken-Teams zudem darauf aufmerksam, wie facettenreich die Leistung der Offizin sei.

Hohe Einsparungen bei den Krankenkassen durch Generika

21. Mai 2008

Wurde man im ersten Quartal 2008 als gesetzlich Krankenversicherter, aufgrund einer Krankheit mit Arzneimitteln behandelt, verschrieb der Arzt in 60 Prozent der Fälle ein Generikum. Durch die niedrigen Generikapreise in Deutschland, haben die Krankenkassen dafür lediglich 1,9 Milliarden Euro bezahlt. Dies sind nur 29 Prozent der GKV-Gesamtausgaben von insgesamt 6,5 Milliarden Euro.

Die Krankenkassen bezahlten im März 2008 für ein Generikum im Durchschnitt 18,87 Euro. Zum Vergleich lag der Betrag für ein gleiches patenfreies Erstanbieterprodukt bei 37,40 Euro und bei den patentgeschützten Arzneimitteln im Schnitt bei 81,71 Euro. Die forschenden Arzneimittelhersteller haben das Recht einen neu entwickelten Wirkstoff für 10 Jahre zu schützen. So können die entstehenden Kosten für diese Entwicklung wieder erwirtschaftet werden, welche bis zu einer Milliarde US-Dollar hoch sein können. Darüber hinaus muss eine angemessene Wagnisrendite erzielt werden.

Im Jahr 2007 haben die Krankenkassen 6,5 Milliarden eingespart. Schätzungen gehen davon aus, dass 2008 ein neuer Einsparrekord durch den Einsatz von Generika erreicht wird. Dieser soll bei 7,8 Milliarden Euro liegen. Durch das Verschreiben von Generika konnten die Krankenkassen bereits von Januar bis März 2008 1,9 Milliarden Euro zurücklegen. Diese Werte ermittelte das unabhängige Marktforschungsinstitut IMS HEAHLT.

Auch die Grünen wollen den Gesundheitsfonds stoppen

30. April 2008

Nach der FDP versuchen auch die Grünen - mit beinahe den gleichen Argumenten - den Gesundheitsfonds zu stoppen. Laut den B´90/Grünen schaffe der Fonds viele neue Probleme anstatt sie zu lösen. Dies geht aus einem Antrag hervor, der am 24. April ins Parlament eingebracht wurde.

Der Gesundheitsfonds, welcher zum 1. Januar 2009 in Kraft treten soll, leiste keinen Beitrag zu einer nachhaltigeren und sozial gerechteren Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Die Grünen begründeten ihren Antrag damit, dass weder die Privatversicherten, noch die Bemessungsgrundlage der Krankenversicherungsbeiträge berücksichtigt würden.

eGK-Test in Flensburg ausgesetzt

11. April 2008

Bei der Erprobung der Elektronischen Gesundheitskarte (eGK) in Flensburg wurde etwas erschreckendes festgestellt: Bei 75 % aller Patienten scheiterte es an der Eingabe einer sechsstelligen PIN-Nummer, die zur Speicherung von Notfalldaten dient. Dies gilt meistens bei einer Vorhandenden Demenzerkrankung oder einer Behinderung, was die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein bestätigte. Die Folge ist ein Aussetzen des Test bis auf weiteres.

Laut einer Apotheke, die zu den Initiatoren in Flensburg gehören, dürfte das Problem auch in anderen Testregionen auftreten. Eine andere Lösung könnte eine „Komfort-PIN“ sein, wie es aus anderen Testregionen heißt. Diese autorisiert den Arzt oder den Apotheker für den Patienten die PIN einzugeben. Das ist selbst in Sicht von Datenschützern lösbar.

Kliniken können Lohnerhöhung nicht finanzieren

11. April 2008

Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der deutschen Krankenhausgesellschaft, erklärte er zum Tarifvertrag zwischen der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) und der Ärztegewerkschaft Marburger Bund „Wir sind an dem Punkt, wo die Politik nicht mehr wegschauen kann. Jetzt, wo das Gesamtpaket da ist und Kostensteigerungen in Milliardenhöhe auf die Krankenhäuser zukommen, ist die Politik gefordert gegenzusteuern, sonst geraten die Krankenhäuser in eine aussichtlose Situation“.

Martin Schulz Geschäftsführer des Bereichs Arzneimittel der ABDA

1. April 2008

Im Bereich Arzneimittel der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) ist Martin Schulz der Geschäftsführer. Im neu geschaffenen Bereich soll die Ausrichtung der ABDA auf pharmazeutisch-wissenschaftliche Themen zusätzlich erweitert werden. Weiter ausgebaut werden Arzneimittelinformation und -bewertung sowie Arzneimittelsicherheit.

Schulz ist Fachpharmakologe sowie ein Fachapotheker für Arzneimittelinformation. Er ist seit 1988 Leiter des Zentrums für Arzneimittelinformation und Pharmazeutische Praxis (ZAPP) der ABDA. Außerdem ist er Geschäftsführer Pharmazie des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts (DAPI) in Eschborn sowie Honorarprofessor an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main.

Notdienst für 2.000 Apotheken zu Ostern

26. März 2008

Die Notfallversorgung der Bevölkerung stellten 2.000 Apotheken während der Osterfeiertage bundesweit sicher. Laut der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) nutzen etwa 20.000 Menschen diesen Service täglich.

Unterschiedlichste Quellen informierten über die Nacht- und Notdienstpläne der 21.500 Apotheken. Diese reichten von Regionalzeitungen bis hin zu Internetauftritten der Apothekerschaft selbst.

FDP äußert Bedenken zur elektronischen Gesundheitskarte

17. März 2008

Das Interesse der FDP-Fraktion über die Art und Weise der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte ist groß. Die Abgeordneten haben in einer kleinen Anfrage Rückfragen zu einer bereits gegebenen Antwort der Bundesregierung formuliert. Dabei erkundigen sich die Liberalen nach dem Stellenwert und das Kosten-Nutzen-Verhältnis des Projektes.

Weitere unbeantwortete Fragen sieht die Fraktion der FDP in den zu tragenden Kosten der Krankenkassen für die Ausgabe und Produktion der neuen Versicherungskarte und über den Zeitpunkt der deutschlandweiten Einführung der Karte. Die  Bundesregierung wird außerdem aufgefordert, sich zur Datensicherheit und -speicherung zu äußern.

Fusion von GEK und HZK

17. März 2008

Zum 1. Juli diesen Jahres fusionieren die Gmünder Ersatzkasse (GEK) und die Profikrankenkasse für Bau- und Holzberufe (HZK). Der Name der neuen Kasse wird GEK sein, mit rund 1,7 Millionen Versicherten.

Seit Dezember wurde durch die Auflösung der Arbeiter-Ersatzkassenverbandes (AEV) die Fusion von den noch verbliebenen Arbeiterersatzkassen erwartet. Vorausgegangen war der Austritt der Eintracht Heusenstamm (KEH) aus dem AEV, da die KEH sich den Betriebskrankenkassen (BKK) Mobil Oil angeschlossen haben. Die neuformierte GEK will dem Verband der Angestellten-Ersatzkassen (VdAK) beitreten.

Die Führung der Kasse soll aus dem bisherigen Vorstand der GEK, Rolf-Ulrich Schlenker und Alexander Stütz, bestehen.